Profil

Jutta Ströter-Bender ist eine deutsche Kunstpädagogin, Künstlerin und emeritierte Professorin für Kunst und ihre Didaktik (Malerei) an der Universität Paderborn.

I. Arbeitsschwerpunkte


  • Kulturelle Bildung, UNESCO-Welterbe und UNESCO Weltdokumentenerbe (Memory of the World Programm)
  • Historische Kinderzeichnungsforschung
  • Didaktik, Philosophie und künstlerische Strategien in der Malerei
  • (Initiatorin der Projekte mit Studierenden: Daily Painting, Remember 1914-1918)
  • Didaktik der materiellen Kultur und Museumskoffer für das Welterbe
  • Didaktische Werkstatt zur Entwicklung von Unterrichtsmaterialen
  • Kunstpädagogik und Interkulturalität

II. Forschungsschwerpunkte


  • Kunstpädagogik, Kulturelle Bildung und UNESCO-Welterbe
  • Historische Kinderzeichnungsforschung
  • Kunstpädagogik und Interkulturalität
  • Philosophie und Konzepte der Malerei


Aktuelles Lehr- und Forschungsprojekt seit 2001: UNESCO-Welterbestätten in der Kulturvermittlung

Das Projekt erforscht grundlegende Fragestellungen in der Ästhetischen Vermittlung von Weltkulturerbe und zur Etablierung einer europäisch orientierten Welterbepädagogik. Zugleich beinhaltet es direkte Verbindungen zur pädagogischen Praxis in Schulen und zu museumspädagogischen Zentren von Welterbestätten.
In den Forschungsprojekten, in Seminaren, Ästhetischen Projekten, Exkursionen und Praktika werden Fragestellungen entwickelt, mit welchen Konzepten und didaktischen Strategien der Kunstunterricht die wichtigen Impulse der UNESCO-Welterbeprogramme aufnehmen kann, gerade auch in multinationalen Klassen, im Rahmen unterschiedlicher Herkunftstraditionen, Weltbilder und in Bezug auf Möglichkeiten der Integration. Wesentliche Elemente bilden dabei die Entwicklung von Museumskoffern, neue Konzepte zum E-Learning und Unterrichtsmaterialien.

Forschungsprojekt zur historischen Kinderzeichnung

Kinder- und Jugendzeichnungen haben im Laufe des 20. Jahrhunderts in authentischer Weise und in unmittelbarer Bildsprache die gesellschaftlichen Umbrüche, den dramatischen Wandel vieler Gesellschaften, Krieg, Leid und Vertreibung wie aber auch die unbeschwerten Momente der Kindheit, Sehnsüchte und Friedensgefühle aus den Perspektiven von Heranwachsenden formuliert.

Als historische Dokumente und Quellen verweisen somit Kinder- und Jugendzeichnungen nicht nur auf individuelle Erfahrungen, sondern auch auf den jeweiligen Zeitgeist, auf Weltbilder, Indoktrinationen und Vorstellungen – sowie auf die wechselvolle Geschichte der Lehrpläne und ihrer Inhalte in der Geschichte der Bildungssysteme, vor allem auch der Schule.

Dem Engagement von Erziehungsberechtigten, LehrerInnen und Betreuenden ist es zumeist zu verdanken, dass zahlreiche Kinder- und Jugendzeichnungen in gesellschaftlichen Krisen und Kriegssituationen als wertvolle Dokumente erachtet, bewahrt und oft unter schwierigen Umständen der Nachwelt überliefert wurden. In verschiedenen Forschungszweigen wurde inzwischen die Dimensionen der bestehenden Bestände von historischen Kinder- und Jugendzeichnungen in den weltweit verstreuten Archiven als ein bedeutendes wie schützenswertes Kulturgut erkannt, das in seiner Vielfalt die Sehweisen ganzer Generationen und der damit verbundenen gesellschaftlichen Entwicklungen widerspiegelt. Diese Sammlungen von historischen Kinderzeichnungen widmen sich ebenso authentischen wie bedeutenden Dokumenten ästhetischen Gestaltens und Schreibens vor der Digitalisierung (bis in die Jahre 1995 hinein) und denen mit ihr einhergehenden gravierenden Veränderungen auf die Kindheit. Für eine zukünftige Bildungsarbeit und für interdisziplinäre Forschungen sind diese Bestände von hoher Relevanz.

III. Hochschulverwaltung


  • 2018
    • Sprecherin des Faches Kunst
  • 2014-2016
    • Sprecherin des Instituts Kunst, Musik, Textil
  • 2011-2015
    • Mitglied des 15. und 16. Senats
    • Senatsmitglied der Findungskommission für das Amt des Vizepräsidenten/in und des Universitätspräsidenten/in
  • 2009-2011
    • Sprecherin des Faches Kunst
  • 2008-2009
    • Vorbereitung des Aufbaus des Genderzentrums
  • 2009
    • Vechta: Mitglied der Berufungskommission Kunst und Design
  • 2007-2008
    • Beauftragte des landesweiten Prüfungsausschusses für die Anerkennungsverfahren im Lehramt
  • 2008-2011
    • Vorsitzende der Gleichstellungskommission
  • 2004-2008
    • Bibliotheksbeauftragte im Fach Kunst
  • 2003-2007
    • Sprecherin des Faches Kunst
  • 2002-2004
    • Prodekanin der Fakultät für Kulturwissenschaften
    • Weitere Mitarbeit in verschiedenen Berufungskommissionen

IV. Mitgliedschaften


  • Assoziation als Corresponding Member (im Rahmen des Netzwerkes Cooperating Institutions and Corresponding Members) im Ausschuss "Education and Research" des UNESCO Memory of the World-Programms.
  • Mitglied der SCEaR Working Group Schools des UNESCO Memory of the World-Programms.
  • Mitglied im internationalen Archiv-Netzwerk zu historischen Kinderzeichnungen.

V. Künstlerische Aktivitäten


Ausstellungen (Auswahl): Malerei und Fotografie

  • 2013: Antiquariat Mephisto. Fotografien. Universitätsbibliothek Paderborn
  • 2006: Die Tapeten von Schloss Corvey. Fotografien. Schloss Corvey
  • 2005: „Engel und Engelwurz“, die Angelica-Pflanze, Fotografien und Malerei, Kloster Dalheim, Lichtenau
  • 2004: „The African Music Archive“, Fotografien, Goethe-Institut, Nairobi, Kenia
  • 2001: Installation eines Gedächtnisraumes. Katharinen-Kirche. Frankfurt am Main (mit dem Komponisten Alfred Stenger)
  • 1998: Musikbibliothek der Stadt Wiesbaden
  • 1993: Galerie Önal. Frankfurt am Main
  • 1985: Kloster Arnstein
  • 1984: Zeughaus Augsburg. Verein für Frauenkultur. München
  • 1983: Kunstverein Bayreuth (mit Georg Döppmann)
  • 1976: Kunstakademie Alexandria. Ägypten

VI. Kuratierte Ausstellungen


Letter Art "Remember Kunst. Krieg, Frieden 1914-1918" (Auswahl)

  • 2017 Sainte Anne d´Auray, Frankreich
  • 2015 UNESCO-Welterbestätte Corvey, Höxter
  • 2014 UNESCO-Welterbestätte Erzbergwerk Rammelsberg, Goslar
  • 2014 Detmold, "Verlorene Erinnerungen - Russlanddeutsche im Ersten Weltkrieg", Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte
  • 2014 Fachhochschule Kiel, Bunker-D, "110 Jahre Erster Weltkrieg"
  • 2014 UNESCO-Welterbestätte Zeche Zollverein, Essen
  • 2014 Friedenspark Rshew, Russland
  • 2014 Wilhelmshaven, Wattenmeer Besucherzentrum
  • 2014 St. Marien Kirche, Bonn in Kooperation mit dem August Macke Haus, Bonn

Daily Painting World Heritage (Auswahl)

  • 2013 UNESCO Welterbestätte Würzburger Residenz
  • 2012 WDR Hauptgebäude Bielefeld

Museumskoffer-Ausstellungen seit 2003 (Auswahl)

  • 2017 Paderborner Kaiserpfalz, "Ein Dom zum Anfassen - Museumskoffer für Paderborn"
  • 2017 Käthe Kollwitz-Museum, Berlin
  • 2016 UNESCO-Welterbestätte Erzbergwerk Rammelsberg, Goslar, "Bergleuts Kinder. Kindheit und Jugend in der Montanregion Harz"
  • 2015 UNESCO-Hauptgebäude Paris “Memory of the World“ - ein Museumskofferprojekt zum Weltdokumentenerbe
  • 2014 UNESCO-Welterbe Bamberg im Diözesanmuseum, dem Stadtarchiv und im historischen Rathaus
  • 2014 UNESCO-Welterbe Fagus-Werk in Alfeld (Leine)
  • 2012 Schloss Corvey: Museumskoffer zum UNESCO-Welterbe und mehr…
  • 2012 Auswärtiges Amt in Berlin: Welterbe in Deutschland. Perspektivenwechsel
  • 2011 UNESCO-Weltkulturerbe Stiftskirche, Schloss und Altstadt in Quedlinburg
  • 2010 Paderborner Museumskoffer im UNESCO-Hauptgebäude in Paris
  • 2010 UNESCO-Weltkulturerbe Zeche Zollverein in Essen: Museumskoffer für das Welterbe in Europa
  • 2009 UNESCO-Weltkulturerbe Bauhausstätten in Weimar: Bauhaus-Bags
  • 2008 UNESCO-Weltkulturerbe Völklinger Hütte
  • 2008 UNESCO-Weltkulturerbe Zeche Zollverein in Essen: Das UNESCO-Welterbe Zollverein im Museumskoffer
  • 2007 UNESCO-Weltkulturerbe Klassisches Weimar: »Geist begeistert«

Malerei- und Fotografie-Ausstellungen (Auswahl)

  • 2017 GRIMMWELT Kassel, "Märchenhafte Kommentare"
  • 2017 UNESCO-Welterbestätte Rammelsberg, Goslar, "Art meets Mining Archaeology. In Schichten malen und denken. Archäologie und Bergbau"
  • 2016 Universitätsbibliothek Augsburg, Fortführung der (2015 in der UB Paderborn gezeigten) Wanderausstellung „Von Wanzen, Glühwürmchen und Vögeln – Ein künstlerischer Dialog zwischen Marcel Robischon und Chris Tomaszewski“
  • 2016 Naturkundemuseum Staudernheim, Bilder aus der Malerei-Werkstatt des Paderborner Kunstsilos: Das Verschwinden der Nacht
  • 2015 Naturkundemuseum Staudernheim, Kuration der Ausstellung "Von Wanzen, Glühwürmchen und Vögeln. Ein künstlerischer Dialog zwischen Marcel Robischon und Chris Tomaszewski. Texte. Bilder. Collagen."
  • 2015 Universität Paderborn, Ebene B2, Präsentation von innovativen Malerei-Konzepten von Studierenden
  • 2015 Universitätsbibliothek Paderborn, Kuration der Ausstellung "Von Wanzen, Glühwürmchen und Vögeln. Ein künstlerischer Dialog zwischen Marcel Robischon und Chris Tomaszewski. Texte. Bilder. Collagen."
  • 2015 UNESCO-Welterbestätte Corvey, Höxter, Tapetendialog im Schloss Corvey – Studierende des Faches Kunst stellen aus
  • 2014 Schloss Corvey, Höxter, "Corvey. Räume und Wege", Ausstellung im Rahmen des 4. Arbeitskreises ‚World Heritage Education‘ im Schloss Corvey mit Daily Painting-Arbeiten, Öl- und Acrylmalereien, Aquarellen, Skizzenbü­chern, Grafiken und einem Museumskoffer zur "Geschichte, Natur und dem kulturellen Erbe von Schloss Corvey".
  • 2013 Universitätsbilbiothek Paderborn, "Mephisto. Ein Antiquariat in Paderborn 1990-2012", Ausstellung mit Fotografien von Jutta Ströter-Beder und Aquarellen von Anika Schediwy.
  • Silo-Ausstellungen mit den Semester-Arbeiten der Studierenden

VII. Preise und Auszeichnungen


2012
Germany at its Best: Auszeichnung durch das Land NRW für die Bestleistung "Museumskoffer als Botschaftermedium der UNESCO-Welterben"

2007
Wettbewerb des Bundesministeriums für Forschung und Bildung im Europäischen Jahr der Geisteswissenschaften "Geist begeistert" Siegerprojekt "Museumskoffer für das Anna Amalia Jahr 2007"

2002
Forschungspreis der Universität Paderborn für das Lehr- und Forschungsprojekt "UNESCO-Welterbestätten in der Kulturvermittlung"